Porsche stockt Anteil an Volkswagen auf. Erhöhung auf 30,9 Prozent.
Stuttgart 26.03.07 - Der Autohersteller Porsche hat wie angekündigt seinen Anteil an Volkswagen ausgebaut. "Der Vorstand der Porsche AG hat heute seine Option auf Erwerb von 3,6 Prozent der Stammaktien der Volkswagen AG ausgeübt", hieß es in einer Mitteilung. Damit erhöht sich die Beteiligung auf 30,9 Prozent. Porsche muss nun allen VW-Aktionären ein Übernahmeangebot für deren Anteilsscheine vorlegen.
Der Sportwagenbauer strebt aber derzeit keine Übernahme von Europas größtem Autobauer an. "Wir zielen nicht auf eine Mehrheit", sagte ein Sprecher. Meldungen, Porsche wolle Volkswagen übernehmen, bezeichnete er als "Fehlinterpretation".
Pflichtangebot liegt deutlich unter aktuellem Aktienkurs
Porsche will im Rahmen des Pflichtangebots lediglich den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestpreis offerieren, der sich für Stammaktien auf voraussichtlich 100,92 Euro belaufe. Die VW-Aktie notierte aber nach dem jüngsten 6-prozentigen Kurssprung am Freitag schon bei 117,70 Euro.
Porsche erklärte, der Vorstand betrachte die Aufstockung der Anteile am VW-Konzern als "logischen Schritt, um die weltweiten Herausforderungen im hart umkämpften Automobilmarkt noch besser bewältigen zu können". Er sei der festen Überzeugung, dass die fachliche und strategische Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen für beide Partner Vorteile bringt. Dies gelte insbesondere vor dem Hintergrund des Rationalisierungs- und Konsolidierungsdrucks in der weltweiten Automobilindustrie.
Porsche spekuliert auf Fall des VW-Gesetzes
Der Automobilindustrie falle in Deutschland eine Schlüsselrolle zu, sie müsse sich daher für die Zukunft mehr denn je rüsten. Hintergrund für die Aufstockung sei auch der erwartete Fall des VW-Gesetzes, hieß es weiter. Porsche gehe davon aus, dass der Europäische Gerichtshof die Rechtswidrigkeit des Gesetzes feststellen wird und die Bundesregierung so zu einer Änderung oder Abschaffung dieses Gesetzes veranlasst wird. Das VW-Gesetz sieht bisher vor, dass kein Aktionär mehr als 20 Prozent der Stimmrechte ausüben darf - unabhängig davon, wie viele Anteile er tatsächlich besitzt.
Das Land Niedersachsen, mit rund 20 Prozent der Anteile zweitgrößter VW-Aktionär, kündigte an, das Pflichtangebot nicht annehmen zu wollen. Angesichts der Herausforderungen sei es ein Segen, dass die "Volkswagen AG mit der Porsche AG und dem Land Niedersachsen zwei verlässliche, stabile Aktionäre" habe, erklärte Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff. Die beiden Hauptaktionäre hätten "eine gemeinsame Vision für VW im weltweiten Wettbewerb der großen Automobilunternehmen."
VW: Porsche hat "gutes Investment" getätigt
Der Volkswagenkonzern begrüßte den Porsche-Vorstoß. "Eine stabile Aktionärsstruktur ist für das langfristig angelegte Automobilgeschäft sehr wichtig", erklärte Vorstandschef Martin Winterkorn. Der VW-Konzern habe "noch großes Potenzial", und er sei sicher, dass Porsche "damit ein gutes Investment tätigt". Zum Pflichtangebot selbst will VW erst Stellung nehmen, wenn das Angebot vorliegt.
Quelle: Tagesschau
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