Die deutsche Autoindustrie muss nach Einschätzung des Verbands der Automobilindustrie (VDA) nicht mit einem weiteren Absturz bei Produktion und Export rechnen. "Zwar werden wir beim Export und der Produktion im Gesamtjahr 2009 deutlich unter Vorjahr liegen, doch die Talsohle haben wir nach den vorliegenden Zahlen durchschritten", sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann am Mittwoch in Frankfurt.
Frankfurt a. M., 02.09.2009 - Im August habe sich der Rückgang bei der Produktion deutlich verlangsamt. Mit 326.000 Stück wurden dem VDA zufolge vier Prozent weniger Personenwagen gefertigt als ein Jahr zuvor. Damit sei die Inlandsproduktion im dritten Monat in Folge nur noch im einstelligen Bereich zurückgegangen. Nach acht Monaten im laufenden Jahr liege das Minus aber noch bei 20 Prozent. Der Export habe im August noch knapp zehn Prozent unter dem Vorjahr gelegen. Für den Zeitraum von Januar bis August ergebe sich ein Minus von 29 Prozent. Allerdings seien die Bestellungen aus dem Ausland im August nur noch um drei Prozent rückläufig gewesen. "Eine Bodenbildung ist deutlich erkennbar", sagte Wissmann.
Der VDA-Präsident wollte sich nicht darauf festlegen, dass die weltweite Absatzkrise bereits überwunden sei. "Wir können nicht sagen, es ist alles vorbei und wir haben keine Probleme mehr." Im Vergleich zu den negativen Schlagzeilen der vergangenen Monate sei eine Bodenbildung aber schon eine positive Nachricht. Derzeit gebe es keine Anzeichen dafür, dass es zu neuen Turbulenzen komme. Mit Blick auf die gesamte Branche räumte Wissmann ein: "Es wird noch dauern, bis wieder das Niveau von 2007 erreicht ist."
Dank der Abwrackprämie erlebt Deutschland in diesem Jahr einen Neuzulassungsboom und setzt sich damit deutlich von den weltweit schwächelnden Märkten ab. Für das Gesamtjahr erwartet der VDA eine Steigerung von 3,1 Millionen auf über 3,5 Millionen Neuzulassungen in Deutschland. Nach dem Auslaufen der Abwrackprämie käme es im nächsten Jahr auf dem Heimatmarkt sicherlich zu einer Abschwächung, sagte Wissmann. "Aber wie groß diese ausfällt, weiß heute niemand." Der Verband wolle sein Prognose für das nächste Jahr wie gewohnt erst am Jahresende abgeben. "Alles, was jetzt im Markt ist, ist Kaffeesatzleserei."
Entscheidend sei, dass sich in den kommenden Monaten der Export stabilisiere. "Schließlich werden drei von vier Fahrzeugen, die die deutsche Autoindustrie produziert, im Ausland abgesetzt."
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